wie die Grünen im AStA ihre Prinzipien biegen
Am 31.03. war es wieder soweit: Das Studierendenparlament (StuPa) der Ruhr-Universität Bochum hat einen neuen Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) gewählt. Der neue AStA wird jedoch wie der alte von der Grünen Hochschulgruppe, der Linken Liste, der Alternativen Liste und der Liste Schöner Wohnen in Bochum getragen. Und trotz einiger neuer Köpfe bleibt das Konzept das Gleiche: Selbstbedienung, Selbstbespaßung und maßlose Geldverschwendung bei einem Rekordhaushalt von 1,5 Millionen Euro.

Besonders die Grünen legen ihre Prinzipien äußert flexibel aus: Obwohl sie sich selbst als pazifistisch bezeichnen, haben sie mit ihren teils offen linksextremen Koalitionspartner keine Probleme. Auch die sonst übliche 50 % Frauenquote in Gremien wird schlicht ignoriert. Lediglich 2 der 8 Vorstandsmitglieder im AStA sind Frauen, und keine davon eine Grüne. Damit ist selbst die Telekom feministischer als dieser AStA. In puncto Basisdemokratie scheint man sich ebenso die eigenen Werte zu Recht biegen zu dürfen. Die Linke Liste konnte 109 der 120 (!) Briefwahlstimmen auf sich vereinigen, die Manipulation ist offensichtlich, nur nachweisen kann man natürlich nichts. Dabei stand die Abschaffung der Briefwahl kurz bevor: Doch die Grünen entschieden sich im letzten Jahr dagegen, mit der Begründung, dass auch Studis im Auslandssemester Gelegenheit haben müssten, wählen zu gehen. Ein gutes Argument - was dabei jedoch gern verschwiegen wird: Die Fristen für Beantragung und Rücksendung der Unterlagen reicht im Ausland nicht aus. Von allen anderen Studenten kann man doch erwarten, an einem Tag der Wahlwoche an der Uni zu sein – um transparente und basisdemokratische Wahlen zu gewährleisten.

Der blanke Opportunismus offenbart sich jedoch in der Befreiungspraxis des links-grünen AStAs: Sie predigen die solidarische Gemeinschaft, bei der Niemand mehr Studiengebühren zahlen muss. Die Solidarität endet aber, wenn man selbst die Möglichkeit hat, sich massenhaft zu befreien: Neben den 19 StuPa-Abgeordneten der Koalition sind genauso viele Vertreter von den Studiengebühren befreit. Dazu kommen nun aber noch 47 (!) AStA-Referenten, die nicht nur befreit werden, sondern zusätzlich Gehalt beziehen und ihre Amtsdauer sogar an das BAföG anrechnen können. Um die Befreiungsmöglichkeiten vollständig auszureizen, sind sogar die Mitglieder des StuPas zurückgetreten, die in den AStA gewählt wurden, um Nachrückern Platz zu machen. So kommt das links-grüne Bündnis auf ganze 85 Studenten, die keine Gebühren zahlen müssen! Natürlich zu Lasten aller anderen Studenten, da an der Ruhr-Uni die Gebühren auch deshalb so hoch sind, weil ein so großer Teil der Studierendenschaft sich befreien kann. Sehr solidarisch!
 
LHG verzeichnet Stimmenzuwachs
Bei der Wahl zum 43. Studierendenparlament konnte die Liberale Hochschulgruppe einen Zuwachs von 48 Stimmen verzeichnen. Auch den Stimmanteil konnte die LHG von 5,7 auf 5,9 % steigern. Für den anvisierten dritten Sitz im Stupa reichte es dieses Jahr aber leider noch nicht. Die Großen Verlierer sind Linke Liste (mit 2 verlorenen Sitzen) und Alternative Liste (1 Sitz verloren). Damit wurden insbesondere die antidemokratischen und gewaltbereiten Listen abgestraft. Die AL hatte dabei Glück, nicht sogar auf 3 Sitze zurückgefallen zu sein.

Die Ergebnisse in Sitzen:
Grüne Hochschulgruppe: 8 (/)
Linke Liste (Lili): 6 (-2)
RCDS: 5 (/)
Jusos-Hochschulgruppe: 3 (/)
NaWi: 3 (+1)
LHG: 2 (/)
Rubpiraten: 2 (+2)
SWIB: 1 (/)
Ritter: 1 (/)

Damit hat die derzeitige Koalition aus GHG, LiLi, AL und SWIB mit 19 Sitzen noch eine Mehrheit. Bei der Wahlauszählung kam es zu den üblichen Peinlichkeiten der Linken Liste: Neben Prügeleien zwischen Trotzkisten und Stalinisten gewann die LiLi 109 der 120 Briefwahlstimmen. Natürlich wäre man ein Schelm, wenn man hier über Wahlbetrug nachdächte. Dass dieser Wunschkoalitionspartner mit dem pazifistischen und demokratischen Grundverständnis der Grünen Hochschulgruppe zu vereinbaren ist, lässt auch tief in die Seele der Grünen Hochschulgruppe blicken...

Die Liberale Hochschulgruppe, im kommenden Jahr vertreten durch Lukas J. Krakow und Nadine Gösser, wird den linken AStA weiterhin kritisch begleiten und seine Verschwendung und Selbstbereicherung aufdecken.
 
Der LHG Faktencheck
Die BSZ – herausgegeben vom AStA, also GHG, Lili, al und SWIB - behauptet die LHG habe den Bildungsstreik nicht kritisch begleitet.

Bereits Mitte November informierte die LHG über die (fragwürdigen) Ziele des Bildungsstreiks per Flyer sowie im Internet auf ihrer Seite. (www.lhg-bochum.de). Auch den Bildungsstreik im Sommer hat die LHG mit einem Abschnitt auf einem Flyer gewürdigt. Zusätzlich veranstaltete die LHG einen Infostand zu diesem Thema. Die Behauptung ist also falsch.

Die BSZ behauptet, die Adresse www.rub.de/sp sei mittlerweile auf die aktuelle Stupa-Homepage umgeleitet worden.

Dies ist bisher (Abruf Mittwoch, 20.01.2010, 9:00Uhr) nicht geschehen. Die neue Seite ist auch nicht über eine Suche bei Google oder anderen Suchmaschinen zu finden. Die Behauptung, die Protokolle seien veröffentlicht, also im Sinne 'der Öffentlichkeit zugänglich', ist ebenso widerlegt. Die Behauptung ist also falsch.

Die BSZ behauptet, der AStA habe kein Geld verzockt.
Es ist offensichtlich, dass der AStA auf konstante Zinssätze gesetzt hat. Dieses riskante Spiel ist nicht aufgegangen. Es war absehbar, dass die Leitzinsen aufgrund der Finanzkrise sinken. Der AStA hat sich also schlicht verspekuliert und zwar auf Kosten der Studenten. Die zur Wahlkampfzeitung umfunktioniert BSZ schreibt also die Unwahrheit. Die Behauptung, der AStA habe kein Geld verzockt ist also falsch.
 
Hier gehts zum Original-Artikel der BSZ.
 
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